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Ausgetestet – Naturkosmetik und mineralische Sonnencreme

Ob am Strand oder in den Bergen: Bei uns gehört Sonnenschutz das ganze Jahr über ins Reisegepäck. Weil wir uns und der Umwelt zuliebe gerne auf Naturkosmetik achten, haben wir uns dort mal genauer umgeschaut. Wie mineralische UV-Filter funktionieren, warum »Korallenfreundlichkeit« mitunter als »Greenwashing« bezeichnet wird und was der UV-Index in unserer Wetter-App aussagt, erzählen wir euch hier. Obendrauf haben wir alle Produkte auf den Weißeleffekt getestet!

Alle Jahre wieder stehen wir in der Drogerie des Vertrauens, vor uns: Ein orange leuchtendes Regal voll mit Sonnenschutzprodukten in allen möglichen Formen und Varianten. Gerade nach der letzten »Indoor-Saison«, die coronabedingt gefühlte 365 Tage dauerte, scheint die Nachfrage nach gutem Sonnenschutz besonders groß zu sein. Wir haben uns in den Dschungel der mineralischen Sonnencremes begeben und klären auf, wie sich Naturkosmetik von konventionellen Produkten unterscheidet und was es mit dem unbeliebten »Weißeleffekt« auf sich hat. Dafür tauchen wir aber als erstes ins Sonnenschutz-Glossar ab, um die verschiedenen Produktangaben zu entwirren.

Sonnenschutz-ABC: Von UVA, UVB und UV-Index

Neben dem wichtigen Lichtschutzfaktor, sollte man bei Sonnencremes auf einen umfassenden »Breitbandschutz« achten. Der LSF (im englischen SPF), bezieht sich nämlich vorrangig auf die kurzwelligen und energiereichen UVB-Strahlen. Diese sind in erster Linie für Bräune aber auch Sonnenbrand verantwortlich. UVA-Strahlen, die beim Breitbandschutz mit eingeschlossen sind, sind anfangs unauffälliger aber können dafür langfristige Schäden und eine schnelle Hautalterung verursachen. Beide Arten von UV-Strahlen können zur Entstehung von Hautkrebs beitragen!

Wer morgens schon auf seine Wetter-App schaut, wird auf das Wörtchen »UV-Index« stoßen. Dieser gibt eine ungefähre Aussage darüber, wie intensiv die Sonne scheint und dementsprechend hoch die UV-Strahlung ist. Ab einem Indexwert von drei sollte bereits Sonnencreme aufgetragen werden, wird die acht überstiegen, sollte man den Aufenthalt im Freien vermeiden. Generell gilt: Während der Mittagssonne lieber drinnen aufhalten und eurer Haut zwischen 11 und 15 Uhr ein Päuschen gönnen. Mehrmals eincremen ist übrigens auch an Schattenplätzen Pflicht, da neben den UV-Strahlen von oben etwa 50% von der Seite auf den Körper treffen können.

Mineralischer Sonnenschutz ohne Weißeln?

Kommen wir zur Frage aller Fragen: Was bringt natürlicher Sonnenschutz und warum lohnt sich der Griff zur Naturkosmetik auch für unsere Umwelt? Der erste Unterschied, der einem am deutlichsten ins Auge fällt, ist wahrscheinlich der sogenannte »Weißeleffekt«. Schaut man sich die Wirkweise von mineralischem Sonnenschutz an, ist dieser schnell erklärt und dadurch auch um einiges akzeptabler. Bei konventionellen Sonnenschutz kommen chemische UV-Filter zum Einsatz, die per se nicht schlecht sind aber nach etwa zwanzig bis dreißig Minuten zum Sonnenschutz bewusst in unsere Hautschicht eindringen und unter Umständen auch hormonelle Auswirkungen haben können. Bei Naturkosmetikprodukten handelt es sich hingegen um wortwörtliche »Sunblocker«, die auf sogenannte physikalische oder mineralische UV-Filter setzen. Die weißen Farbpigmente legen sich hier wie viele kleine Spiegel auf die Haut und wirken dadurch sofort. Je größer diese Teilchen sind, desto sichtbarer sind sie vor allem auf dunkler Haut.

Mineralischer Sonnenschutz und »Greenwashing«

Weil Naturkosmetik mit natürlichen Lichtschutzfiltern wie Zinkoxid oder Titandioxid statt beispielsweise »Octocrylen« auskommt, ist sie auch um einiges umweltfreundlicher. Der chemische UV-Filter ist an hawaiianischen Stränden bereits verboten und soll mitverantwortlich für das weltweite Korallensterben sein. Ein paar Aktivist*innen zählen die Kennzeichnung »korallenfreundlich« allerdings schon zur leichten Art von »Greenwashing«, da es sich um keinen geschützten Begriff handelt und nicht (nur) die konventionellen Sonnencremes der Touristen, sondern der schnelle Tourismus an sich das Korallensterben vorantreiben. Im Übrigen auch der gleiche Grund, warum heimische Seen umkippen können: Neben chemischen UV-Filtern ist es die Masse an Menschen, die am Boden abgesetzte Nährstoffe aufwirbeln und so den See ins Ungleichgewicht bringen.

Ob Sommer oder Winter: Wer am liebsten draußen unterwegs ist, sollte immer einen passenden Sonnenschutz griffbereit haben. Um den eigenen Hauttyp zu bestimmen, gibt es vom Bundesamt für Strahlenschutz einige Hilfestellungen. Denkt ans regelmäßige Eincremen – Für euch und so gut es geht, auch für die Umwelt.


1. »Sonnenmilch LSF 30« von Speick

Einschmieren und loswandern: Die Naturkosmetikmarke Speick begleitet uns schon länger auf Reisen, ab sofort ist sie auch auf Entdeckungstouren unter der Sonne dabei. Das Sortiment der veganen »Sun«-Serie reicht von einer leichten Sonnenmilch LSF 20 bis zur reichhaltigen Sonnencreme LSF 50+. Letztere ist besonders für Ausflüge mit intensiver Sonneneinstrahlung und helle Hauttypen optimal. In allen Produkten findet ihr zudem Extrakte der hochalpinen Speick-Pflanze aus kontrolliert biologischer Wildsammlung. Die Cremes mussten von uns intensiver als die Lotionen eingearbeitet werden, beim Wandern stören wir uns aber wenig am aufkommenden Weißeleffekt.

Lieblingsprodukt: Die »Sonnenmilch LSF 30« mit leichterer Konsistenz durfte mit uns an ein lauschiges Plätzchen am Waldsee. Mit Extrakten von Zuckerrübe, Schwarznessel und Buschpflaumen enthält sie einige regionale Superhelden, die unsere Haut intensiv pflegen. Die Sonnenmilch mit Breitbandschutz eignet sich dank parfümfreier Formulierung besonders für sensible Haut und Kinder. Speick, 150ml, UVP 21,90 Euro über Online-Shop

2. »Sonnenspray SPF 30« von Biosolis

Für Mama, Papa, Schwesterlein und die beste Freundin – Die belgische Naturkosmetikmarke »Biosolis« bietet seit über zehn Jahren Sonnenschutzprodukte an, bei denen jeder fündig wird. Die Auswahl reicht von Sonnenschutzöl mit LSF 20, über Sonnenmilch für Kleinkinder und spezielle Gesichtscremes bis hin zur Sport Sonnenmilch LSF 50. Ersteres eignet sich auch um Haare und Kopfhaut zu schützen. Weil Zink sehr sensible und gestresste Haut austrocknen kann, verzichtet Biosolis bei einigen Sonnenschutzprodukten auf diesen Inhaltsstoff. Über »1% for the Planet« spendet das Unternehmen übrigens einen Prozent aller Umsätze an Umwelt-NGOs zum Schutz der Ozeane.

Lieblingsprodukt: Das »Sonnenspray SPF 30« für den Strand lässt sich schnell und fast ohne Weißeln auftragen, da zum Sonnenschutz Titandioxid statt Zinkoxid eingesetzt wird. Im wasserfesten Spray ist außerdem wertvolles »Karanjaöl« enthalten. Eine gute Basis, um die physikalischen Filter im Produkt gleichmäßig zu verteilen. Gleichzeitig wird deren schützende Wirkung, vor allem gegen UVA-Strahlen, gestärkt. Pluspunkte gibt es für den fruchtigen Duft!

3. »Sonnencreme Gesicht« von i+m NATURKOSMETIK BERLIN

Eine unserer Berliner Lieblingsmarken »i+m NATURKOSMETIK BERLIN« produziert nicht nur reisetaugliche Naturkosmetik, sondern hat sich vor ein paar Sommern auch der natürlichen Sonnenpflege verschrieben. Die wasserfeste  und vegane »Sun Protect«-Serie besteht aus Sonnenmilch LSF 20, Sonnenmilch LSF 30 sowie einer Version speziell für sensible Haut und der Gesichtscreme LSF 30. Gut verteilt, hinterlassen die mineralischen Filter in den Produkten kaum oder kein Weißeln. Nach etwa zehn Minuten verfliegt der erste Weißschimmer auf der Haut, ist aber bei dunkleren Hauttypen aufgrund der physikalischen Wirkungsweise noch erkennbar. Tipps und Tricks zur richtigen Sonnenschutzroutine findet ihr hier.

Lieblingsprodukt: Die Sonnencreme fürs Gesicht eignet sich für unterwegs und das Homeoffice unter der Sonne! Sie schützt nicht nur mit LSF 30, sondern mittels Anti Blue Light Effekt vor freien Radikalen. Das sogenannte blaue Licht wird neben der Sonne von Laptop-Bildschirmen und Smartphones ausgestrahlt. Ungefiltert soll es fürs »Digital Aging« verantwortlich sein und sogar Pigmentflecken auslösen können. Tipp: Vor dem Auftragen das Gesicht mit einem Hydrolat benetzen, um die Creme optimal einzuarbeiten.  i+m NATURKOSMETIK BERLIN, 50ml, UVP 16,90 Euro über Online-Shop

4. »Sun Protect Cream SPF 20« von Santaverde

Aloha, Kokosölfans! Das besonders gut riechende Sonnenschutzduo von »Santaverde« besteht aus einer leichten Sonnenlotion und einer etwas reichhaltigeren Sonnencreme. In beiden Varianten steckt neben Kokosöl hautberuhigendes Aloe Vera, wie wir es auch aus dem restlichen Sortiment der Naturkosmetikmarke kennen und schätzen. Die beliebte Wüstenpflanze beruhigt unsere sonnengestresste Haut und ist ein echtes Allround-Talent. Der Wirkstoff »Ectoin«, der durch biotechnologische Fermentation erzeugt wird, schützt die DNA der Hautzellen und vor vorzeitiger Hautalterung. Als mineralische UV-Filter kommen nanofreies Zinkoxid und Titandioxid zum Einsatz.

Lieblingsprodukt: Die wasserfeste und handliche »Sun Protect Cream LSF 20« ist ab sofort als »Backup« im Alltag dabei. Alleine wegen dem leckeren Kokosduft, würden wir sie am liebsten gleich als Bodylotion und Duschgel verwenden. Für den Feuchtigkeitskick obendrauf ist in der veganen Sonnencreme für Körper und Gesicht straffendes Hyaluron enthalten. Win-Win von Kopf bis Fuß! Santaverde, 50ml, UVP 28,90 Euro über Online-Shop

5. »Sunspray 50« von Eco Cosmetics

Die Naturkosmetikmarke »Eco Cosmetics« gehört zu den absoluten Expert*innen in Sachen natürlicher Sonnenschutz. So lange es das Familienunternehmen schon gibt, so vielfältig ist auch das Sortiment. Angefangen bei den parfümfreien Produkten mit schützendem Olivenöl für sensible Haut über getönte Sonnencremes bis zu genialen Spezialprodukten mit Barriereschutz vor Extremkälte in den Bergen und besonderer Sonnenpflege für tätowierte Haut. Ebenfalls praktisch für alle Breitengrade: Die leichte Sonnenlotion mit Zitrus- und Eukalyptusölen, die nicht nur vor Sonnenstrahlen, sondern auch vor fiesen Stechmücken schützt. Ein Klick ins große Sortiment lohnt sich!

Lieblingsprodukt: Das »Sonnenspray Sensitiv LSF 50« für Strand und Berge. Es kommt in einer praktischer Spray-Tube, so dass sich das Produkt leicht auftragen und verteilen lässt. Da auf bedenkliche Inhaltsstoffe und Alkohol verzichtet wird, ist es vor allem für empfindliche Haut geeignet. Darunter fallen auch Menschen mit sogenannter »Mallorca-Akne«, einer besonderen Form der Sonnenallergie. Eco Cosmetics 100ml, UVP 27,89 Euro über Ecco Verde

6. »Sun Sport LSF 30« von Annemarie Börlind

Klar, dass wir als Draussen-Abenteurer*innen Fans des im Schwarzwald ansässigen Familienunternehmens »Annemarie Börlind« sind. Dort entspringt auch einer der Basisbestandteile vieler Börlind-Produkte: Das Schwarzwälder Tiefenquellwasser. Es ist besonders weich, wird aus über 166 Metern Tiefe gewonnen und ist auch in den Sonnenschutzprodukten von Börlind enthalten. Genauer betrachtet zählen diese nicht zu den zertifizierten Naturkosmetikprodukten – Weil sie sich aber ohne Weißeln verteilen lassen, möchten wir sie besonders für dunkle Hauttypen empfehlen. Außerdem wird auf viele bedenkliche Inhaltsstoffe wie Parabene, Silikone, Mineralölderivate und die Art von chemischen Filtern verzichtet, die im Verdacht stehen Korallenriffs zu schädigen.

Lieblingsprodukt: Die »Sun Sport LSF 30« für dunkle Hauttypen und besonders warme Sommertage zieht durch den Verzicht physikalischer Filter schnell ein, lässt sich gut verteilen und hinterlässt keinen klebrigen Film. Dazu riecht es minzig-frisch und hat einen schönen kühlenden Effekt. Annemarie Börlind, 100ml, 17,95 Euro im Online Shop


Gut eingeschmiert mit Naturkosmetikmarken, die diesen Beitrag durch eine Kooperation ermöglicht haben


Foto: Timo Wagner, PR / Illustration: Anky Brandt

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