Bücher

Reingelesen – Spannende Bücher über Feminismus

Auf unsere Leseliste zum feministischen Kampftag am 8. März packen wir euch aktuelle Bücher und junge Evergreens von spannenden Aktivist*innen zum Immerwiederlesen. Verschönern nicht nur jede Reise, sondern auch unsere Sicht auf Feminismus und solidarischen Zusammenhalt. Bücher über Gleichberechtigung, Singlemodus und trans Sein.

1. »A Single Woman«

Frauen im Singlestatus versetzen Mitmenschen in Alarmbereitschaft. Fast automatisch, auf jeden Fall panisch, kommen dann Sätze wie »Ich wünsche mir so sehr, dass du jemanden findest« über »Streng dich doch mal an« bis »Und was ist eigentlich mit Kindern?«. Schließlich kann Frau sich nur vollkommen fühlen, wenn sie im Doppelpack erscheint. Klingt ein bisschen nach fünfziger Jahre Mief? Jawoll. Spuken solche Gedanken immer noch in unseren Köpfen? Hell yes. Silvia Follmann war Redaktionsleiterin bei Edition F und hat mit »A Single Woman« ein Plädoyer für Selbstbestimmung und neue Glückskonzepte herausgebracht. Lucky us! Penguin Random House, 240 Seiten über den Online-Shop

2. »Wir sind doch alle längst gleichberechtigt«

Alexandra Zykunov kennen wir vor allem als Co-Redaktionsleiterin des Nachhaltigkeitsmagazins »Brigitte Be Green« und Stimme im Podcast Nachhaltig ohne Blatt vorm Mund. Seit neuestem aber auch als Autorin von »Wir sind doch alle längst gleichberechtigt« mit 25 Bullshitsätzen und praktischer Anleitung, wie wir diese zerlegen können. Denn sie lauern überall. Auf Arbeit, beim Einkaufen, dem Familientreffen und ja, sogar im engsten Freundeskreis. Und wenn wir ganz ehrlich sind, haben wir sie auch selbst schon mal im Kopf gehabt. Danke also für den unumgänglichen Reminder, dass wir alle zur Gleichberechtigung beitragen dürfen. Ullstein Verlag, 224 Seiten über den Online-Shop

3. »Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau«

Erscheint zwar erst Mitte April, darf in unserer Sammlung aber nicht fehlen: »Eine Frau ist eine Frau ist eine Frau« von Phenix Kühnert. Warum wir uns jetzt schon drauf freuen, sollte allen klar sein, die in diesem Jahrzehnt schon mal  auf Instagram waren. Dort leistet Phenix unentgeltlich und mit spitzer Zunge Aufklärungsarbeit in Sachen Queerness und Trans sein. Auch offline setzt sich die Aktivistin schon länger für trans Rechte, intersektionalen Feminismus und die queere Community ein. Allen voran für mehr Verständnis. Dazu trägt auch ihr erstes Buch mit privaten Einblicken und offenen Worten aus ihrem Leben bei. Das Buch selbst wurde übrigens im nachhaltigen Cradle-To-Cradle-Verfahren hergestellt. Lieben wir! Erscheint am 12. April 2022 im Haymon Verlag, vorbestellbar über den Online-Shop

4. »Weißt du, was ich meine?«

Spätestens, aber wirklich allerallerspätestens, haben wir uns in Nura Habib Omer als Flora in der Serie Die Discounter verliebt. Die Erfolgsgeschichte der eritreisch-deutschen Rapperin und Schauspielerin beginnt aber schon Jahre zuvor, in einem Asylheim in Wuppertal. Klingt noch nicht wirklich nach Charts und Bling Bling, hat sie aber genau dorthin geführt. In »Weißt du, was ich meine?« spricht sie über ihre Flucht aus Kuwait, ihr Engagement für die LGBTQ+ Community und natürlich auch Rassismuserfahrungen. Nach vielen Rückschlägen und depressiven Phasen steht die Feministin heute auf der Bühne und vertritt dabei nicht nur sich selbst, sondern auch eine wachsende Gruppe junger Frauen mit ähnlichen Migrationsvordergrund. Representation matters! Ullstein Verlag, 208 Seiten über den Online-Shop

5. »Das Recht auf Sex«

Im englischsprachigen Raum wird dieses Buch schon längst heiß diskutiert, nun ist es endlich auch auf Deutsch erhältlich. Die Rede ist von Autorin Amia Srinivasan und ihrem Manifest »Das Recht auf Sex«. Geboren in Bahrain, wuchs die 37-jährige als Tochter indischer Eltern in New York auf. Sie promovierte in Philosophie in Oxford und lädt uns in ihrem Buch dazu ein, uns mit dem Feminismus des 21. Jahrhunderts auseinanderzusetzen. Was denken wir über Sex? Ist das Intime politisch? Srinivasen spricht über spannungsgeladene Beziehungen zwischen Diskriminierung, Vorlieben, Pornografie, Freiheit, Rassenungerechtigkeit, Lust und Macht. Klett-Cotta, 320 Seiten über den Online-Shop

6. »Starting a Revolution«

Weil finanzielle Unabhängigkeit essentiel für gelebten Feminismus ist, packen wir euch »Starting a Revolution« von Lisa Jaspers und Naomi Ryland mit auf die Leseliste. Erstere kennen wir als Gründerin des fairen und bunten »Slow Fashion«-Labels Folkdays, zweitere als Gründerin der sinnigen Karriereplattform tbd*. Zusammen sprechen sie mit anderen Unternehmer*innen über fragwürdige Business-Tipps, falsches Ego und natürlich wie wir mit unserem Tun die Arbeitswelt revolutionieren können. Ein Buch vollgepackt mit Erkenntnissen und Inspirationen. Temporäre Niederlagen sind dabei natürlich unabdingbar! Ullstein Verlag, 208 Seiten über den Online-Shop

7. »Body Politics«

Von Feminismus und Körperpolitik: »Body Image«-Aktivistin Melodie Michelberger schreibt über traditionelle Schönheitsideale – und wie wir unser Bild darüber neu aufladen können. In »Body Politics« erklärt sie, wie seit Jahrhunderten der männliche Blick bestimmt, welche Frauenkörper attraktiv sind und welche nicht. Was Selbstakzeptanz mit feministischer Revolte zu tun hat und warum es vollkommen okay ist, mal nicht zufrieden mit sich zu sein. Der Druck von Perfektionismus ist schließlich allgegenwärtig und verfolgt Frauen meist ein Leben lang. Ausgesprochene Leseempfehlung für alle Kleidergrößen! rowohlt Verlag, 224 Seiten über den Online-Shop


Foto: Lina Tesch, Illustration: Anky Brandt

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