Überall

Verguckt – Fünf Orte, die uns an Wes Anderson erinnern

Futter für eure Tagträume und die Post-Corona-Reiseliste! Wir haben uns von Oberpfadfinder und Filmemacher Wes Anderson inspirieren lassen und Orte aufgespürt, die nicht nur nach bester Slow-Travel-Manier zu erreichen sind, sondern auch zum Anschmachten schön sind. Auf unserem Spickzettel stand das kürzlich erschienene Buch »Accidently Wes Anderson« von Wally Koval. Die Bildsammlung schärft unseren Blick fürs ungewöhnlich Gewöhnliche auf Reisen…

Ob Darjeeling Limited, Grand Budapest Hotel oder Moonrise Kingdom: Die Filme von »Wes Anderson« machen uns auf wunderbare Weise ganz schön glücklich. Als Fans farbenfroher Bilder und visueller Statements lieben wir die Bildsprache samt Kulissen, Farbkombis und Outfits fast noch mehr als die Handlung selbst. Und damit sind wir nicht alleine: Auf dem Instagram-Profil und unter dem Hashtag #accidentallywesanderson werden weltweit Orte gesammelt, die geradewegs dem Script des Kultregisseurs entsprungen sein könnten. Vor kurzem wurde ein passender Bildband dazu veröffentlicht. Wir haben für euch darin gestöbert und unsere Lieblingsorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz herausgesucht. Diese sind natürlich gewohnt mit Bus, Bahn oder per Fuß erreichbar!

 

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Ein Beitrag geteilt von Yura Ukhorskiy (@urayxor)

»Schloss Moritzburg«

Jagdschloss in Sachsen
Nur eine Busfahrt von Dresden entfernt liegt das barocke Schloss Moritzburg. Dieses versetzt uns schon auf den ersten Blick mit seiner hellgelben Fassade und den runden Türmen ins typische Wes-Anderson-Feeling. Aber auch die ausgeschmückten Räumlichkeiten sind mit ihren pastelligen Farbkombinationen absolut filmreif. Fun-Fact für alle Märchenerzähler*innen: Der Weihnachtsklassiker »Drei Nüsse für Aschenbrödel« wurde unter anderem hier gedreht. Schmacht! Wer es besonders nostalgisch mag, nimmt ab Radeberg ganz »slow« die Dampfeisenbahn zum Schloss.

Draussen-Tipp: Auf dem Schlossgelände verteilt findet ihr vier Ferienwohnungen, die direkt am Wasser gebaut sind und zum Träumen einladen.

»Hotel Belvédère«

Unterkunft am Schweizer Furkapass
Einige Orte sehen so atemberaubend und unwirklich aus, dass man sie einfach in Filmgeschichte festhalten muss. Das 1882 erbaute »Hotel Belvédère« hatte zwar noch keine Hauptrolle in einem Anderson-Film, dafür aber im James-Bond-Film »Goldfinger«. Sean Connery jagt darin in seinem »Aston Martin« über den Furkapass – Eine Straße, die sich in Serpentinen durch die Schweizer Alpen zieht und zwei Kantone miteinander verbindet. Die charmante Unterkunft liegt auf der Walliser Seite und bietet Ausblick auf den Rhonegletscher, der allerdings durch die Klimaerwärmung erheblichen Schaden und Reduzierung erlitten hat. Wer keinen Agentenschlitten zur Hand hat, steigt am besten in den  weitaus abenteuerlichen Dampfzug.

Draussen-Tipp: Im Ort Gletsch gibt es einen Naturpfad, auf dem man an fünf Stationen alles über die Vielfalt eines Gletschervorfeldes lernen kann.

 

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Ein Beitrag geteilt von 🌲Caroline ⨳ Aydin🌲 (@wildandwithout)

»Niesenbahn«

Standseilbahn im Berner Oberland
Die »Niesenbahn« bringt seit 1910 Reisende und Wanderer vom Dorf Mülenen, im Kanton Bern, auf den Gipfel des Niesen. Während der halbstündigen Fahrt können die Mitfahrenden den atemberaubenden Ausblick auf die Landschaft aus Bergen und Seen bewundern. Ein Zwischenstopp im Bergrestaurant Niesen Kulm lohnt sich: Von Brunch, über deftiges Mittagessen, bis hin zu Vollmond-Dinner und Übernachtung mit Panoramablick lässt es sich hier besonders gut aushalten. Das Bild der Niesenbahn stammt von Caroline und Aydin von @wildandwithout. Auf ihrem Account findet ihr unter Guides noch einige weitere perfekte Wunderlandkulissen á la Wes Anderson.

Draussen-Tipp: Die begleitende Servicetreppe ist mit 11.674 Stufen die längste der Welt. Sie ist für die Öffentlichkeit nur zum jährlichen Niesen-Treppenlauf geöffnet. Ab dem 1. Februar 2021 könnt ihr euch dafür wieder anmelden!

 

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Ein von @anda.lavrenti geteilter Beitrag

»Nibelungenturm«

Brückenturm in Worms
Es gibt sie, diese Orte, die täglich vielfach von Menschen passiert werden und die einem dennoch erst beim zweiten Hinschauen auffallen. Dazu gehört auch die im Jahr 1900 eingeweihte »Nibelungenbrücke« bei Worms, die beidseitig einen Fahrbahnüberbau in Turmform erhielt. Der dazugehörige Brückenturm über dem Rhein wurde im sogenannten »Nibelungenstil« erbaut. So wird der einzigartige Baustil des Wormser Stadtbaumeisters Karl Hoffmann genannt, der die Neuromantik mit dem Darmstädter Jugendstil vermischt. Heute wird der Turm offiziell als Pfadfinderheim betitelt und an gemeinnützige Vereine aus dem Umkreis vermietet. Erzählt wird sich darin bestimmt immer noch gerne die Nibelungensage rund um den Drachentöter Siegfried.

Draussen-Tipp: Ebenfalls im Nibelungenstil könnt ihr den ehemaligen Wasserturm und den Hauptbahnhof in Worms bewundern. Ringsum findet ihr zudem Rad- und Wanderwege.

 

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»Gartenstadt Falkenberg«

Architektonische Perlen in Berlin
Extra-Redaktionstipp, der nicht im Buch ist: Die Gartenstadt Falkenberg, auch unter dem Namen »Tuschkastensiedlung« bekannt im Südosten Berlins, eignet sich perfekt für einen bunten Spaziergang in den grauen Wintermonaten. Der Architekt Bruno Taut entwarf diese zwischen 1913 und 1916 mit dem Auftrag, bezahlbaren Wohnraum in Treptow-Köpenick entstehen zu lassen. Seit 2008 ist die Gartenstadt Teil des UNESCO-Welterbes. In Berlin finden sich natürlich viele weitere Perlen, wie die Siedlung »Paddenpuhl« in Reinickendorf oder die Wohnanlage von Max Taut in der Steglitzer Bismarckstraße.


Unser Buchtipp zu den »Filmkulissen«:

Wally Koval gründete 2017 die Instagram-Community @AccidentallyWesAnderson mit mittlerweile über einer Million Abonnenten. Zusammen mit seiner Frau Amanda veröffentlicht er täglich Bilder, die weltweit von Followerinnen und Followern eingereicht werden und uns an die Asthetik von Wes Anderson Film erinnern. Das im Herbst 2020 erschienene Buch, mit einem Vorwort des Filmemachers, sammelt über 200 dieser Fotos und liefert spannende Hintergundinfos. Die Orte befinden sich auf allen Kontinenten dieser Erde bis in die Antarktis, aber natürlich auch vor der eigenen Haustür. Alleine beim Durchblättern möchte man sofort auf Entdeckungstour gehen! »Accidentally Wes Anderson« von Wally Koval, 368 Seiten über DuMont


Fotos: Yura Ukhorskij, Carlo Kuettel, Aydin Hassan, Anda Laventri

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