Berlin

Aufgespürt – Von Bärlauch und Berliner Wunderlauch

Wer schlemmen möchte, muss erstmal ernten! Unser »Draussen«-Abenteurer Max hat sich mit Freunden auf in den Plänterwald gemacht und ist dem Berliner Wunderlauch auf die Spur gegangen. Worin sich der vom »echten« Bärlauch unterscheidet und wo man ihn am besten findet, verrät er euch hier. Unbedingt ausprobieren: Bärlauchkapern als regionale Hommage an unsere #Fernwehorte am Mittelmeer.

Ich höre sie schon rufen, all die Berliner Lokalpatrioten: »Das ist kein Bärlauch, das ist Berliner Wunderlauch.« Der Punkt geht an euch, aber wir wollen hier mal keine botanische Haarspalterei betreiben. Auch wenn der Wunderlauch mit seinen schmaleren Blättern gut vom »echten« Bärlauch zu unterscheiden ist, ähneln sie sich doch stark im Geschmack und Vorkommen. Da wir nicht nur für Berlin, sondern für alle Outdoor-Enthusiasten und urbanen Selbstversorger schreiben, spreche ich hier der Einfachheit halber von Bärlauch. Auch wenn das so nicht ganz korrekt ist. Apropos Haarspalterei, wenn wir es ganz einmal ganz genau nehmen wollen, kommt der »Berliner Wunderlauch« gar nicht aus Berlin sondern dem Kaukasus. Aber das ist dann nochmal eine andere Geschichte!

Wo findet man Bärlauch?

Bärlauch mag es schattig und feucht. Er wächst gerne in Massenbeständen in nächster Nähe zu Flüssen und Bächen. Wer ein Bärlauchfeld sichtet, kann davon ausgehen, dass das Zweite und Dritte nicht weit weg sind. In Berlin gilt vor allem der Plänterwald als das Paradies für alle »Bärlauch Lover«. Gefühlt wächst hier zwischen März und April nichts anderes und der Wald duftet nach frischem Knoblauch. Bei Mundraub findet ihr eine Karte für die besten Fundstellen in Berlin und ganz Deutschland.

Wann sollte man Bärlauch ernten?

Sobald die ersten Sonnenstrahlen den Waldboden streifen, beginnt der Bärlauch aus der Erde zu sprießen. Die ersten Pflanzen lassen sich oftmals schon gegen Mitte oder Ende März ernten. Sobald der Bärlauch jedoch zu blühen beginnt wird er bitter und ungenießbar. Das passiert meist Mitte April, kann jedoch je nach Wetterlage ein bisschen früher oder später sein. Spätestens Ende Mai ist dann aber Schluss mit Bärlauch-Saison. Also fast. Wer pfiffig ist, passt den richtigen Moment ab, um die knackigen Bärlauchknospen noch vor dem Blühen einzusammeln. Eingelegt mit Kräuteressig, Zucker und Pfefferkörnern werden aus den Knospen leckere »Bärlauchkapern«.

Woran erkennt man Bärlauch?

Tatsächlich lassen sich Bärlauch und Wunderlauch am besten über den Geruch bestimmen, denn die frisch geernteten Blätter riechen stark nach Knoblauch. Visuell unterscheiden sich Wunderlauch und »echter« Bärlauch durch die Größe und Form ihrer Blätter. Der Wunderlauch hat schmale längliche Blätter. Die des »echten« Bärlauch hingegen haben einen runden Bauch in der Mitte. Die Blätter beider Arten sind auf der Oberseite glänzend, auf der Unterseite matt. Bei beiden Arten wachsen die Blätter direkt aus dem dreikantigen Stängel. Beide Sorten mögen es zudem schattig und feucht. Deswegen findet man ihn oft im Wald und in der Nähe von fließenden Gewässern.

Obacht, Verwechslungsgefahr Bärlauch!

Tatsächlich ist die Bärlauchernte nicht ganz ohne. Denn es gibt zwei ähnlich aussehende Pflanzen, die jedoch beide giftig sind: »Maiglöckchen« und »Herbstzeitlose«. Wer also eigenständig auf die Suche geht, sollte sich zuvor genau über die Erkennungsmerkmale der einzelnen Pflanzen informieren. Wenn euch nach dem Essen schlecht oder schummrig wird solltet ihr in jedem Fall einen Arzt kontaktieren. Auf Utopia findet ihr weitere Informationen dazu, um einer Verwechslungsgefahr vorzubeugen.

Rezeptideen für Bärlauch

Generell gilt, dass die geernteten Blätter vor dem Verzehr gut gewaschen werden müssen. Stichwort Fuchsbandwurm! Bärlauch schmeckt am intensivsten wenn er roh verarbeitet wird. Das heißt, man sollte ihn gar nicht oder nur kaum erhitzen. Beliebte Gerichte sind »Bärlauchpesto« oder Bärlauchknödel. Der Kreativität sind allerdings keine Grenzen gesetzt: Von Bärlauchbutter über Bärlauchspätzle bis hin zum eingelegten Bärlauch nach koreanischer Art ist so ziemlich alles möglich. Nach unserer Tour im Plänterwald haben wir uns schließlich für die Dreifaltigkeit des Bärlauchs entschieden – Bärlauchknödel auf Bärlauchnest mit Bärlauchbutter. Bleibt außer Frage: Bevor wir uns gemeinsam ins Berliner Grün stürzten, haben wir uns negativ auf Corona testen lassen. Lasst es euch schmecken!


Fotos: Max Ernst Stockburger

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